Schwierige Wörter

Ich möchte über MARGARITA schreiben. Nicht, weil ich muss, sondern weil ich es will. Doch nur wenige Male in meinem Leben habe ich mich überwinden müssen, um zu schreiben, was ich will. Ich habe es mehrmals ohne Erfolg versucht. Meine Hand hielt nach den ersten wenigen Worten inne und ich konnte nicht weiterschreiben. Schuld daran ist nicht die Tatsache, dass ich nicht weiß, was ich schreiben soll. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich weiß viel über Margarita und ich weiß es direkt von dem Menschen, dessen Schmerzen der Ursprung für die Idee waren, "Margarita" zu gründen. Dieser Mensch hat es sich seit Jahrzenten zum Lebenszweck gemacht, die Realisierung dieser Idee mit unermüdlicher Ausdauer voranzutreiben! Dieser Mensch, diese Frau, erweitert ihre mütterliche Umarmung, um Dutzende von Kindern zu umarmen.

Kinder, deren Leben, deren Entwicklung besondere Liebe, Zuneigung und elterliche Aufopferung erfordern. Ein Zustand, den diejenigen, die ihn nicht leben auch nicht verstehen können. Leere Worte, einfache Worte. Denn das was in "Margarita" geschieht und geleistet wird, ist so wundervoll, so "groß", dass es nicht in Worte gefasst werden kann meine liebe Freundin Ioanna Tsokopoulou und uns "Außenstehende"  ein wenig schuldig fühlen lässt.

Ioannis Kampanelis

 

Der Traum wurde wahr ...

Zuerst traf ich Ioanna, meine Freundin. Kurz darauf  traf ich das "Problem". Unmittelbar danach, in ihrer Nähe, musste ich die Bitterkeit, den Schmerz und die Verzweiflung erfahren, die schwer auf ihren Schultern lagen und die von der Behinderung des Kindes, seiner Besonderheit, ausgingen. Denn das "Problem", sein "Problem" ist nicht lösbar. Und um ihn herum Vorurteile, eine ungerechte, grausame und konservative Welt.
Na und? Hatte das Kind kein Recht auf Leben, kein Recht auf einen Platz an der Sonne? Würde dies zwangsläufig dazu führen das ihr Kind, wie so viele andere Kinder auch, ein kleiner Flüchtling dieser Gesellschaft werden würde?

Zuerst traf ich Ioanna, meine Freundin. Und dann das Wunder. Unmittelbar danach, in ihrer Nähe, sah ich es Wirklichkeit werden. Es war zu dem Zeitpunkt wo Ioanna sich entschlossen hatte, ihre Verbitterung hinter sich zu lassen und die Schmerzen die bis dahin ihren Geist lähmten, in Schöpfung umzuwandeln. Ioanna hatte einen Traum. Eine Vision, an die niemand glaubte, weil sie übertrieben schien: Eine Schule auf dem Land zu gründen, hell und sauber, wo Kinder, wie ihr Eigenes, unter den besten Bedingungen lernen und leben würden. Zu dieser Zeit - vor 25 Jahren - hörte sich das wie ein Märchen an. Ein Märchen aber bedeutet  auch Trost und jeder hat ein unveräußerliches Recht auf Trost. So nahm der Traum Schritt für Schritt Gestalt an.

Es sind bereits 25 Jahre vergangen seit dem Tag, als wir, Ihre überraschten Freunde, uns  vor "Margarita", der Werkstatt für Sonderpädagogik trafen. Damals noch eine kleine Schule, eine private Initiative, ein bewundernswertes Projekt, das durch den Willen und den Schmerz einer Mutter erstanden war. In Anbetracht der Schwierigkeiten, Widrigkeiten und Hindernissen denen Ioanna begegnet war und die überwunden werden mussten, konnten wir unseren Augen kaum glauben.

Es war unglaublich, aber wahr. Nach so vielen Jahren, hat natürlich ein Umdenken in der Gesellschaft stattgefunden, was Kinder mit Behinderungen angeht. Aber damals war das wie ein Sprung ins kalte Wasser. Heute, nach einem Vierteljahrhundert hat "Margarita" eine Vorbildfunktion und das Dank der intensiven Betreuung durch seine Beschäftigten und den gut ausgebildeten und erfahrenen Mitarbeitern.

Weil hinter jedem Projekt aber eine Seele steckt, eine treibende Kraft, die egal wie schwierig die Gegebenheiten auch sein mögen, weitermacht möchte ich genau dieser Seele, meiner Freundin Ioanna, meine Liebe und meinen Respekt aussprechen.

Ich glaube, dass die Feier für das 25. Bestehen von Margarita ihr gewidmet werden muss und so wünsche ich ihr für die nächsten fünfundzwanzig Jahre alles Gute.

 Angeliki Varela

 

Eine Arche voller Menschlichkeit

Kürzlich hatte ich einen der intensivsten Momente in meinem Leben. Ich hatte die Möglichkeit eine vorbildliche Behindertenwerkstatt zu besuchen, wo die Liebe zum Menschen neben der Wissenschaft, der Solidarität und der strengen Professionalität steht. Diese ist die Sonderpädagogik-Werkstatt "Margarita". Gegründet 1979 von einer Mutter mit einem Kind mit Down Syndrom. Zu Beginn in einem kleinen Häuschen in Penteli, einem Vorort von Athen. Heute ist "Margarita" ein großer Gebäudekomplex, eine Arche der Betreuung für Kinder mit mittleren und leichten kognitiven Beeinträchtigungen. "Margarita" dient sowohl als Schule sowie als Behindertenwerkstätte. Das Studium, die Verpflegung sowie der Transport sind kostenlos. "Margarita" folgt dem Zeitplan und den Ferien einer normalen öffentlichen Grundschule und wird von Kindern und Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren besucht. Ein engagiertes Fachpersonal sorgt dafür dass ihre Lern-und Berufsausbildung gesichert sind. Es gibt Werkstätten für Gärtnerei, eine Wäscherei und Reinigung, eine Werkstatt für Büro-Unterstützung  sowie für Catering und Verpflegung. Sobald die Ausbildung in diesen Werkstätten vollendet ist, können die Teilnehmer ihre Ausbildung in den Werkstätten für berufliche Beschäftigung Erwachsener weiterführen.

(Die Neuigkeiten, Mittwoch den 9 Juni 2004)

 

Das Wunder in unserer Nähe...

Ich möchte heute über das wichtige Werk berichten das in der Werkstatt für Sonderpädagogik "Margarita" stattfindet. Dort lernen die Teilnehmer in verschiedenen Werkstätten unter anderem Industriearbeit, Weberei/Textil, Druckerei, Gärtnerei, Wäscherei sowie die Herstellung einfacher Geschenke. Parallel dazu nehmen Sie an Programmen wie Theater, Joga und Sport teil, verlegen eine Schülerzeitschrift und erhalten Verkehrserziehung. Dies alles hat das Ziel, die Selbstständigkeit zu fördern, damit sie sich selbstständig in der Stadt fortbewegen können, damit sie Arbeit finden können, ins Kino gehen können und Ausflüge veranstalten können.

Vor allem sind es offene Jugendliche, lebenslustig, fröhlich, willig zu kommunizieren. Jugendliche die ihre eigene Meinung haben. Sie sind gewerkschaftlich organisiert, sie feilschen um ihre Bezahlung für von Ihnen erbrachte Dienstleistungen. Der Besucher fühlt sofort, dass es in unserer Zeit immer noch Plätze gibt, an denen Mitgefühl, Menschlichkeit, Verständnis  und Optimismus großgeschrieben werden.

Wenn ich nicht an die Bescheidenheit des Personals stoßen würde, würde ich einen nach dem anderen mit dem Namen nennen. Ich möchte ihnen meine Bewunderung ausdrücken und ihnen mitteilen, dass ich mich geehrt fühle, sie als Mitbürger zu haben.

(Die Neuigkeiten, Freitag den 11 Juni 2004)
Kostas Georgousopoulos

 

Ein produktiver und freundlicher Kollege

Es ist eine große Freude, mit der Werkstatt für Sonderpädagogik "MARGARITA" zusammen zu arbeiten, indem wir für unsere Zentrale eine ausgebildete Person zur Büro-Unterstützung eingestellt haben.

Wir begannen diese Zusammenarbeit mit Sorge, denn wir wussten nicht, ob wir unseren neuen Mitarbeiter richtig unterstützen können. Aber mit der Hilfe der Fachkräfte  von"Margarita"  konnten wir jegliche Probleme  lösen und fanden so schließlich heraus, dass wir einen sehr produktiven und angenehmen Kollegen gewonnen hatten, der uns jeden Tag bei unserer Arbeit hilft. Wir wünschen "Margarita" und seinen Mitarbeitern, dass sie ihre Bemühungen weiterführen, damit auch wir bessere Menschen werden können.  

Anna Natar
(Personaldirektorin bei Mac Donalds Hellas Ltd.)