UNSERE GESCHICHTE

Der Traum....

Ioanna Tsokopoulou, Mutter eines Kindes mit Down Syndrom, hat sich zur Lebensaufgabe gemacht einen Weg zu finden, ihr Kind zusammen mit anderen geistig behinderten Kindern nicht nur in die Gesellschaft, sondern auch in die Arbeitswelt zu integrieren. Diese Idee reifte über Jahre in ihr. Sie besuchte Sonderschulen in Frankreich, China und 1975 in der damaligen Sowjetunion sah sie eine Schule mit Vorbildfunktion, die Sie begeisterte. So nahm ihre Idee langsam Gestalt an.

Der Anfang...

"1976 fing alles an. Ich habe mit der Hilfe von Freunden und Kollegen einen gemeinnützigen Verein gegründet, der  das Ziel hatte, ein Ausbildungszentrum für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Ich besuchte den Akademiker Angelos Angelopoulos, damals Präsident der Nationalbank, erzählte ihm von meinem Vorhaben und bat ihn, mir ein Grundstück zu geben, dass die Bank in Penteli besaß. Was auch passierte."

Aus dem Buch von Ioanna Tsokopoulou "Er ist mein Sohn" (Kastanioti Verlag, Athen, 1988)

Die Einweihung...

Am 2. November 1979  fand die Einweihung der Werkstatt für Sonderpädagogik "Margarita" statt - damals ein Häuschen von insgesamt 220 Quadratmeter mit drei Zimmern und einer großen Küche. Ein Refugium auf einem Grundstück von 4,5 Hektar, bewaldet mit Pinien, Olivenbäumen, Eichen, Kamille und Malve.

Bilder aus dem Album, Seite 18 + 23

Der Name....

"Die Idee für den Namen Margarita entstand, als ich den Namen der Tochter von Nelly Zelioti-Giannopoulou hörte. Nelly hatte einige Tage bevor ich sie kennengelernt hatte, ihr einziges Kind, 18 Jahre jung, verloren. Das war im Dezember 1977. Der zeitliche Abstand zu diesem tragischen Ereignis war so gering, dass ihre Trauer auch zu meiner Trauer wurde."

Aus dem Buch von Ioanna Tsokopoulou "Er ist mein Sohn" (Kastanioti Verlag, Athen, 1988).

Bild aus dem Album, Seite 19

Die ersten Programme...

Unter der Leitung der ersten Direktorin Maria Peponi (Sozialarbeiterin) wurden die zukünftigen Mitarbeiter nicht nur auf Grund Ihres Fachwissens ausgewählt, sondern auch wegen ihrer Sensibilität gegenüber geistigen Behinderungen. Die ersten Programme wurden erprobt: Sport, Hauswirtschaft, Gärtnerei, Weberei und die Pflege von schulischem Wissen. Außerdem liefen Programme die auf Autonomie und Kommunikation ausgerichtetwaren, um Alltagskompetenz zu erreichen.

Die erste Werkstatt....

Im selben Jahr beginnt auch die erste Werkstatt mit ihrem Betrieb. Es handelt sich um die Werkstatt des Kunsthandwerkes, in der unsere Jugendlichen nicht nur lernen richtig mit ihren Händen umzugehen, sondern auch produktiv zu arbeiten. Zur gleichen Zeit werden auch zwei Webstühle angeschafft.

Die Zahl der Teilnehmer beträgt 12.

So begann "Margarita" seinen Betrieb...

Margarita wächst...

Im darauffolgenden Jahr wird mit den zwei Webstühlen die zweite Werkstatt (Weberei) eingerichtet sowie eine Ausrüstung für Siebdruck gekauft, um etwas später die Druckerei ins Leben zu rufen.

Bild aus dem Album, Seite 30

Das Fachpersonal wird mit der Einstellung eines Psychiaters und Psychologen ergänzt.

Seitdem wächst Margarita stetig und wird attraktiver, so dass die Räume bald  nicht mehr ausreichen, um die Teilnehmer richtig zu bedienen.

1983 sind es 30 Jugendliche und 11 Angestellte. (Bild)

1990 besuchen schon 60 Jugendliche Margarita und 28 Mitarbeiter  sind angestellt. (Bild)

Im Jahr 1993, nach einer Spende von Frau Margarita Samourga, wird der erste Anbaudurchgeführt. Kurz darauf wird über dem eigentlichen Gebäude noch eine Etage errichtet und 1995 fertiggestellt.

Bild aus dem Album, Seite 52

1998 sind es schon über 80 Teilnehmer und 35 Mitarbeiter.

Im Mai 2000 wird neben dem ursprünglichen Gebäude der Neubau vollendet und das dazugehörende Grundstück gestaltet. Das neue Gebäude umfasst 992 Quadratmeter Nutzfläche. Gefördert wurde es durch ein öffentliches Investitionsprogramms des Ministeriums für Gesundheit und Soziales und durch die Europäische Union co-finanziert.

Bild aus dem Album, Seite 53 + 54

Heute...

Heute bedient Margarita 100 Jugendliche, unterstützt weitere 14 Absolventen unseres Programmes, die im Freien Arbeitsmarkt tätig sind und hat 31 Angestellte. Außerdem betreut "Margarita" ein Ausbildungsprogramm für betreutes Wohnen in einer Privatwohnung in Paggrati.

Einige Gedanken...

Trotz der Fortschritte die in unserem Land gemacht wurden, muss noch eine Menge getan werden, um die Rechte von Menschen mit Behinderungen in die Praxis umzusetzen. Damit Sie sich souverän in die Gesellschaft integrieren können, um Arbeit zu finden, Freunde und Spaß zu haben, um sich zu verlieben und zu heiraten, da sie das alles können und wie alle anderen Menschen auch, ein Recht darauf haben. Margarita sowie ein paar ähnliche Zentren auch, versuchen mit großem Aufwand und täglichem Bemühen für die jungen Frauen und Männer mit geistiger Behinderung den Weg zu ebnen. Vergessen wir nicht, dass es viele andere in ganz Griechenland gibt, die diese Betreuung nicht erhalten.